Sankt Jacobs Kirche und Kirchhof blicken auf eine Geschichte zurück, die bis ins 14. Jahrhundert reicht. Im Mittelalter wurde hier ein Leprosorium mit Kapelle und Friedhof errichtet, das für die Armen sorgte. „Nördliche Vorstadt“ war damals eine eigene Stadt mit eigenem Wappen und Siegel. Die Kapelle wurde zunächst aus Holz und später aus Stein gebaut, ehe sie 1527 von Gustav Wasa abgerissen wurde, um Material für die Stockholmer Stadtmauer zu gewinnen.
In den 1580er Jahren begann unter König Johann III. der Bau der heutigen Kirche. Architekt war Willem Boy, der ursprünglich aus dem heutigen Belgien stammte und ironischerweise auf einen früheren Auftrag Gustav Wasas hin nach Schweden gekommen war. Nach einer langen Bauunterbrechung wurde die Kirche am 1. Advent 1643 in Anwesenheit von Königin Christina eingeweiht.
In den 1640er Jahren erhielt Norrmalm einen neuen Stadtplan, und mehrere Adelspaläste wurden dort errichtet, wo zuvor Holzhäuser standen. Sankt Jacobs Kirche wurde zur Kirche des Adels, was sich bis heute in den zahlreichen Grabplatten und Wappenschildern zeigt, die Böden und Wände schmücken.
Das Gebäude weist Einflüsse aus Spätgotik, Renaissance, Barock und Rokoko auf und ist heute gekennzeichnet durch seine rote Farbe, den zentralen Turm und die skulpturierten Sandsteinportale – insbesondere das südliche Portal von 1644. Die Kirche wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Trotzdem blieb das äußere Erscheinungsbild seit dem Auftragen des Putzes im 18. Jahrhundert weitgehend gleich, abgesehen von der roten Farbe, die bei einer Renovierung in den 1960er Jahren hinzugefügt wurde, um an die ursprüngliche Backsteinkirche mit rotem Anstrich und weißen Fugen zu erinnern.
Auch das Innere wurde im 19. und 20. Jahrhundert mehrmals umgestaltet. Charakteristisch sind die hohen Wände, Säulen und Gewölbe aus der ursprünglichen Kirche, die Orgelprospektfassade aus den 1740er Jahren, die Glasmalereien aus den 1890er Jahren sowie der Altaraufbau aus dem Umbau der 1930er Jahre. Bald wird das Kircheninnere um eine weitere historische Schicht bereichert werden.
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