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Leseandacht zu Christi Himmelfahrt

Donnerstag, 21. Mai

Liebe Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde,

liebe Leserinnen und Leser,

 wir feiern Christi Himmelfahrt.

Nachdem sich Jesus verabschiedet hatte, wurde er von einer Wolke in den Himmel empor gehoben. Die Jünger starrten ihm nach, fassungslos, bis er vor ihren Augen verschwand. Sie werden von dabeistehenden Männern in weißen Gewändern gefragt: “Was steht ihr da und schaut zum Himmel?” (Apg 1, 11a).

 In den Himmel schauen und Luftschlösser bauen – das kann manchmal schön sein. Sich seinen Träumen hingeben, weit weg tragen zu lassen von allen Sorgen und Ängsten. Aber Jesus verabschiedet sich nicht mit Ermahnungen zu Geduld und dem Hoffen auf eine bessere, andere Welt. So würden wir am Leben vorbei leben, in Wünschen und Vorstellungen, wie das Leben sein sollte. Er erteilt seinen Jüngern einen klaren Auftrag in unserer irdischen Welt. Und auch die Boten machen ihnen klar, dass sie ihren Blick vom Himmel auf das Hier und Jetzt richten sollen. 

 Der deutsche evangelische Theologe Gerhard Eberling spricht vom Himmel als Symbol für das Erleben Gottes: „Nicht wo der Himmel ist, ist Gott, sondern wo Gott ist, ist der Himmel.“

Der Himmel ist überall dort, wo wir Gott spüren. Auch in dir, in mir. Sicher besonders an Orten, wo Menschen helfend füreinander eintreten.

 Wir sprechen manchmal davon, dass etwas “wie der Himmel auf Erden” ist.  Das können Momente sein, in denen mir große Sorgen abgenommen werden,  mir eine Last abfällt.  Auch da, wo ich mit mir und meinem Leben im Reinen bin, dankbar und zufrieden mit dem bin, was das Leben für mich bereit hielt und hält, findet sich der Himmel auf Erden. Aber auch in vielen kleinen Momenten steckt ein Stückchen Himmel: Jetzt im Frühling eine Tasse Kaffe in der Sonne genießen, dabei die Natur und die Menschen beobachten und Zeitung lesen. Oder ein gutes Gespräch mit netten Nachbarn, ein freundlicher Gruß, nach Hause kommen in die warme Wohnung in Vorfreude auf ein gutes Essen und den gemütlichen Sessel.

Ich trage solche Momente in mir. Bilder, die immer wieder aufblitzen, auch in schwerer Zeit. Die mir Sicherheit geben und mein Herz für die Sehnsucht weiten, mit der mitten in meinem Leben etwas Neues beginnen kann.

 „Was steht ihr da und schaut zum Himmel?“ Schauen wir einander in die Augen und reichen wir uns die Hand! Und folgen wir unserer Sehnsucht. Denn „wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken, und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde, dass Frieden werde unter uns“ (Text: Thomas Laubach / Melodie: Christoph Lehmann).

Bleibt behütet, das wünscht euch

Eure Diakonin Beatrix Bayerle